Der Weltkohlemarkt ist eine globale Industrie mit über 50 Kohle fördernden Ländern und über 70 Ländern, in denen Kohle verwendet wird. Eine große Anzahl von Lieferanten und die Leichtigkeit, mit der Kohle per Bahn oder Schiff transportiert werden kann, gewährleistet ein effizientes und konkurrenzbetontes Funktionieren des Weltkohlemarktes.
Kohleproduktion und Weltkohlehandel in 2009

Quellen: Euracoal; VdKI 2010; Dr. Lars Schernikau “Economics of the International Coal Trade. The Renaissance of Steam Coal”, Springer, 2010.
Die Dynamik des Weltkohlehandels lässt sich wie folgt darstellen: Seit 1999 steigt der Kohlehandel um 559 Millionen Tonnen von 357 (1999) auf 916 Millionen Tonnen (2009). Davon entfallen 94 % des Volumens auf seewärtigen Handel und nur 6 % werden auf dem Landweg abgewickelt. Weiterhin macht Kraftwerkskohle drei Viertel des internationalen seewärtigen Kohlehandels aus. Aufgrund hoher Transportkosten ist der seewärtige Kohlehandel traditionell auf zwei Märkte aufgeteilt: den atlantischen Markt mit den wichtigsten Importländern Deutschland, Spanien und Großbritannien sowie den pazifischen Markt mit Australien, China, Indonesien und Japan.
Seewärtiger Handel mit Kraftwerkskohlen in 2009

Quellen: Euracoal; VdKI 2010; Dr. Lars Schernikau “Economics of the International Coal Trade. The Renaissance of Steam Coal”, Springer, 2010.
Es gibt mehrere Gründe für das rasante Wachstum des Weltkohlehandels: (1) Wachstumsdynamik der Entwicklungsländer, vor allem von China und Indien: (2) sinkende Förderung in Europa: (3) die Qualität der Kohle und (4) Verbraucheranforderungen zu bestimmten Kohleparametern. Vor allem aber ist der günstige Preis im Vergleich zu anderen Energieressourcen ein wichtiger Impuls für die Verwendung von Kohle.
Der Kohlemarkt entwickelt sich schnell in Richtung Commodity Market. Immer mehr Transaktionen basieren auf Kohleindizes (vor allem API2 und API4). Der Derivatehandel erreichte in 2008 ca. das 10-Fache des physischen Volumens in Europa.
Die historische Betrachtung des Kohlemarktes zeigt, dass Preise für Kohle stabiler und günstiger als die von Erdgas oder Öl waren. Auch die Verbreitung der Kohleindizes und die Entwicklungen des Derivatenhandels werden hier wenig ändern. Nach dem jüngsten Preishöhenflug im Sommer 2008 haben sich die Preise bereits wieder erholt und zum Marktgleichgewicht zurückgefunden. Die Prognosen deuten darauf hin, dass Kohle für mehrere Dekaden der günstigste Brennstoff bleiben wird.
Günstige Energieerzeugung ist für eine effiziente Arbeitsweise der Industrie und für die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft von extremer Bedeutung. Ein zu rasanter Umstieg auf teurere Brennstoffe kann eine beträchtliche Belastung für die Industrie bedeuten und anschließend zur Verlagerung von Produktionsstätten und den Abbau von Arbeitsplätzen führen. Deswegen ist die Bedeutung von Kohle so groß. Die Verfügbarkeit von Kohle und ein effizienter globaler Markt ermöglichen erst die Gestaltung eines ausgeglichenen und nachhaltigen Energiemixes.
Preisentwicklungen im Kohlehandel (API2 & API4)

Quellen: McCloskey Coal Price Index; Dr. Lars Schernikau “Economics of the International Coal Trade. The Renaissance of Steam Coal”, Springer, 2010.

Kohle kann leicht transportiert werden. Die Wahl der Transportmittel ist von der zu bewältigenden Entfernung abhängig. 90 % der gesamten Kohletransporte werden mit Schiffen im seewärtigen Handel abgewickelt. Es gibt folgende Arten von Schiffen:
Die Verfügbarkeit der Transportmittel macht Kohlebeförderung einfach und sicher. Dennoch machen Transporte und Logistik von der Mine bis zum Kraftwerk oft 80 bis 90 % des gesamten Kohlepreises aus.
Weitere interessante Links:
Artikel zum Thema "Entwicklung der Weltmarktpreise im Kohlehandel bis 2015" (PDF)
von Dr. Lars Schernikau, erschienen in der Zeitschrift e|m|w Nr. 2, April 2010